Thomas Tuma

Als „alten Printknochen“ bezeichne er sich, „und das wird sich wohl auch nicht mehr ändern.“ Thomas Tuma, stellvertretender Chefredakteur beim „Handelsblatt“ und langjähriger Ressortleiter Wirtschaft beim „Spiegel“, gab den Besuchern des Wirtschaftsmacher-Talk Einblicke in seine Arbeit. Mit Vivien Timmler, Claudia Wiggenbröker und Philipp Rentsch sprach er über (miss-)geglückte journalistische Gehversuche, Experimentierfreudigkeit und Humor im Wirtschaftsjournalismus.

Abendzeitung, Tango, und Penthouse – bevor Thomas Tuma Wirtschaftsredakteur wurde, arbeitete der heute 49-Jährige jahrelang an eher bunten und boulevardesken Geschichten.

„Natürlich scheitert niemand gerne. Aber manchmal ist genau das wichtig, um sich weiterzuentwickeln.“

Tuma lernte zuvor sein journalistisches Handwerk an der Deutschen Journalistenschule in München sowie in Washington, volontierte bei den Fränkischen Nachrichten. Danach zog es ihn unter anderem auch zum Stern, von wo aus er zum Spiegel wechselte.

Als langjähriger Ressortleiter Wirtschaft und Medien traf er interessante Persönlichkeiten und Entscheider aus großen Unternehmen. Als Medienjournalist legte er aber auch seine Finger in Wunden, die Kollegen betrafen. „Als Journalist über Journalisten zu schreiben ist eine undankbare Aufgabe“, bilanzierte Tuma im Rückblick auf seine Tätigkeit beim Nachrichtenmagazin in Hamburg.

Dort bürstete er inhaltlich auch gerne einmal gegen den Strich. Er sprach im Erich-Brost-Haus unter anderem über ein Essay zur Frauenquote im „Spiegel“, mit dem er viele Diskussionen auslöste und viel Kritik, aber auch Zustimmung erntete.

„Die ganze Frauenquoten-Debatte war nie wirklich mein Ding. Sollte es uch gar nicht werden. Doch plötzlich war ich mittendrin.“

Besondere Wege bestreite er gerne, und deshalb wünscht sich Tuma beispielweise auch mehr Humor im(Wirtschafts-)Journalismus. Eine Ansicht, bei der nicht nur der Wirtschaftsredakteur in ihm hervorsticht, sondern seine Affinität für kreative und mutige Umsetzungen.

Angesprochen auf seine neue Tätigkeit beim Handelsblatt, lobte Tuma deshalb auch die „große Experimentierfreudigkeit“ der Redaktion. Insgesamt wünsche er sich, dass im Online-Journalismus viel mehr ausprobiert werden würde: „Das kann ich auch allen jungen Journalisten nur mit den Weg geben.“

Thomas Tuma ist stellvertretender Chefredakteur der Wirtschaftszeitung Handelsblatt. Er wurde 1964 in Bad Mergentheim in Baden-Württemberg geboren. Nach seinem Studium arbeitete er unter anderem für die Münchener Abendzeitung und den Stern. 1996 wechselte er zum Spiegel, wo er im Jahr 2002 die Leitung der Ressorts Wirtschaft und Medien übernahm. Seit November 2013 ist er für das Handelsblatt tätig.

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