Kategorie-Archiv: Werkstattgespräche

Gabriele Fischer

Journalistin, Unternehmerin, Gründerin: Gabriele Fischer, Chefredakteurin von brand eins, hat mit der Gründung des Wirtschaftsmagazins vor 17 Jahren ihrem sicheren Redakteurs-Job den Rücken gekehrt. Aus dem „Experiment“ brand eins ist ein renommiertes Wirtschaftsmagazin geworden. Ende Juni sprach die Chefredakteurin mit Leonie Gürtler und Jan Dahlmann über den Mut, etwas Eigenes zu erschaffen, über neue Arbeitsmodelle, und über das Grundeinkommen.

Erst Redakteurin, später stellvertretende Chefredakteurin beim manager magazin – das war Gabriele Fischers Stelle, bevor sie den Schritt in die Selbstständigkeit wagte. Im Folgenden die anderen Stationen in Fischers Karriere.

Gabriele Fischers Werdegang

Geboren: 25. Januar 1953 in Karlsruhe

Studium: Politikwissenschaften, Soziologie und Germanistik

Journalistische Ausbildung: Henri-Nannen-Schule ab 1979

Journalistische Arbeit:

  • Weser-Kurier
  • Von 1986 bis 1997 Redakteurin und stellvertretende Chefredakteurin beim manager magazin, mit kurzer Unterbrechung bei Schöner Wohnen
  • 1997/98 die Gründung von Econy
  • Seit 1999 Chefredakteurin von brand eins

Econy – Business in Bewegung. So heißt das neue Wirtschaftsmagazin des Spiegel-Verlags, in dessen Gründungsredaktion auch Gabriele Fischer sitzt. Das erste Heft erscheint 1998, nach der zweiten Ausgabe ist Schluss – der Verlag stellt Econy ein. Die Redaktion beschließt erst, das Magazin selbst herauszugeben, verkauft dann aber die Rechte. Im September 1999 bringt die Redaktion ein neues Wirtschaftsmagazin raus: brand eins.

Die Gründung eines eigenen Magazins prägt Fischer und zeigt ihr, dass Selbständigkeit neben Freiheit auch viele Hindernisse mitbringt.

„Wir dachten immer, die nächste Ausgabe wird unsere letzte.“

Trotzdem, so sagt sie, habe sie die Gründung nie bereut.  Im Gegenteil, sie sah den Schritt damals eher als Notwendigkeit, ihrem Beruf als Journalistin weiter nachzugehen zu können.

„Ich bin Gründerin und Verlegerin geworden, um Journalistin sein zu können.“

Brand eins hat zwar eine jüngere Leserschaft als andere Wirtschaftsmagazine, aber nicht so jung, wie man erwarten könnte. Ob die Redaktion mit ihrem Produkt eine bestimmte Zielgruppe ansprechen will? Nein, sagt Fischer:

„Wir haben keine Zielgruppe, sondern ein Thema – den Übergang von der Industrie zur Wissensgesellschaft.“

Aber brand eins spricht ganz ungewollt trotzdem eine bestimmte Zielgruppe an – eine, die von anderen Wirtschaftsmagazinen nicht bedient wird, sich aber für Wirtschaft interessiert.

Eine Besonderheit des Magazins liegt auch in seiner Erstellung. Nach eigener Aussage arbeitet die Redaktion von brand eins von Beginn an mit neuen Arbeitsmodellen. So gibt es beispielsweise keine festen Arbeitszeiten, und die Redakteure können auch von zuhause aus arbeiten.

Gabriele Fischer sprach bei den Wirtschaftsmachern auch über ein anderes Arbeitsmodell, das in der letzten Zeit immer häufiger diskutiert wird: das bedingungslose Grundeinkommen. Das Konzept, dass jeder Bürger ein Einkommen bekommt, ohne dafür eine Gegenleistung zu erbringen, beschäftigt Europa seit Jahren. Bei einem Volksentscheid am 5. Juni diesen Jahres in der Schweiz lehnten 78 Prozent der Bürger das bedingungslose Grundeinkommen ab. Dort kam eine Umfrage zu folgendem Ergebnis:

Diagramm

Auch Gabriele Fischer würde bei Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens nicht einfach aufhören zu arbeiten. Und sie geht davon aus, dass wahrscheinlich ein Großteil der Menschen ebenfalls weiterarbeiten würden. Für eine Einführung sieht sie dennoch keine Chance:

„Ich glaube nicht, dass ein bedingungsloses Grundeinkommen durchgesetzt wird. Aber die Debatte darüber tut uns gut.“

Dirk Laabs

„Ich habe schon mit Islamisten, Mördern und allen möglichen Leuten – sogar Politikern – geredet.“ Eine kritische Haltung ist das oberste Gebot des Investigativjournalisten Dirk Laabs. Im Wirtschaftsmacher-Talk berichtet er von seinen preisgekrönten Enthüllungen zu krummen Geschäften der Deutschen Bank, seiner Ausbildung bei der Henri-Nannen-Schule und der Arbeit als investigativer Journalist.

Seine ersten journalistischen Texte hat Dirk Laabs noch in der Bibliothek auf der Schreibmaschine verfasst und der Redaktion der Hamburger Morgenpost per Telefon durchgegeben. Mittlerweile dreht er Dokumentarfilme für ein Millionenpublikum.

Das letzte große Projekt, mit dem Dirk Laabs deutschlandweit für Aufsehen sorgte, waren seine Enthüllungen zum Terror des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU). Gemeinsam mit dem Journalisten Stefan Aust porträtiert er im 2014 veröffentlichten Buch „Heimatschutz“ und der dazugehörigen Fernsehdokumentation „Der NSU-Komplex“ die Entwicklung der Terrorzelle. In ihren Produktionen zeigen Laabs und Aust das Versagen des Verfassungsschutzes bei der Verfolgung des NSU. Die umfänglichen Erkenntnisse zu Ermittlungsfehlern, der teils gescheiterte Einsatz von V-Leuten in der rechten Szene und die unzureichende Kommunikation zwischen Behörden führten die Journalisten weiter, als sie es erwarteten. Sie wurden in NSU-Untersuchungsausschüsse des Bundestags sowie mehrere Landesparlamente geladen. Dort wurden sie von der Politik als Sachverständige angehört. Laabs erzählte, dass er sich mit dieser Rolle nicht anfreunden konnte. Zudem kritisierte er die Berichterstattung anderer Medien, die das Geschehen rund um den NSU häufig auf den Satz „der Verfassungsschutz war auf dem rechten Auge blind“ verkürzen. Dagegen wehrt sich Laabs.

„Bei komplexen Geschichten sucht man eine einfache Narration, einen einfachen Nenner.“

Bei Recherchen auf Widerstände zu stoßen, ist nichts Ungewöhnliches für einen Investigativjournalisten – auch Laabs kennt dieses Problem. Als er sich mit den Machenschaften der Deutschen Bank beschäftigt hat, war es einfach, auf Anklägerseite Gesprächspartner zu finden. Geprellte Goldhändler, Experten vom Wall Street Journal – alle wollten mit ihm reden. Doch die Deutsche Bank schwieg lange. Zwar erklärten sie sich zu Hintergrundgesprächen bereit, bei denen Laabs dann die Führungsspitze und ihre Position kennen lernen konnte. Für seinen Film verwenden durfte er die Informationen aber nicht. Im Gespräch erklärte er, was das für einen Film und für einen Journalisten bedeuten kann. Und sagte auch, wie er sich zur Wehr setzte, als die Deutsche Bank ihn nicht mehr bei ihren Pressekonferenzen haben wollte.

„Wie funktioniert das als Investigativjournalist?“, fragen sich viele angehende Journalistinnen und Journalisten. Wie findet Laabs zum Beispiel Informanten? Bevor der Filmemacher bei jemandem anruft, liest er sich erst einmal sehr intensiv in sein Thema ein. Bei der Deutschen Bank zum Beispiel habe er das erste halbe Jahr während der Recherche gar nicht verstanden, worum es ging. Seine Erkenntnis: „Das ist manchmal frustrierend, aber das muss man dann auch zulassen.“

Außerdem sei ihm sehr wichtig, dass die Interviewpartner sich nicht ausgefragt oder abgeschöpft fühlen. Er wolle sich immer so gut auskennen, dass die Zeitzeugen das Gefühl hätten, sie redeten mit jemanden, der dabei gewesen wäre. „Es geht damit los, dass ich versuche, mir fast alle Namen zu merken – Abteilungen, Abläufe, Daten“, erinnert er sich an seine Recherchen bei der Deutschen Bank. Professionell Arbeitende würden professionelle Arbeit eben wertschätzen. Dabei müsse man sich immer bewusst sein, dass das viel Zeit in Anspruch nehme.

„Das ist extremes Journalistendenken.“

Sich aber genau durch diese Unsicherheit zu quälen, hat der Journalist von älteren Kollegen gelernt. Das erste Mal, als er investigativ tätig wurde, war nach den Anschlägen auf das World Trade Center in New York am 11. September 2001.

Bei Themen, die nicht durch konkrete Ereignisse gegeben werden, ist es manchmal schwierig, spannende Aspekte zu finden. Man dürfe nicht immer den Ehrgeiz haben, nur Neues recherchieren zu wollen, meint Laabs. Auch Redaktionen bemängeln an Themen, dass sie am Vortag in einem anderen Medium schon erschienen sind. Das sei „extremes Journalistendenken“.

Zu Beginn seiner journalistischen Karriere war Laabs noch nicht im investigativen Bereich tätig. So berichtete er für die Hamburger Morgenpost über Konzerte und arbeitete anschließend für den Musiksender MTV. Zeitgleich begann er, Jura und Philosophie zu studieren, fühlte sich im Hörsaal aber nicht richtig wohl. 1999 bewarb er sich also bei der Henri-Nannen-Schule und wurde zum Test eingeladen. „Dabei hatte ich auf einmal ein totales Blackout. Wir sollten eine Reportage schreiben. Plötzlich waren nur noch fünf Minuten auf der Uhr und ich dachte, wir hätten noch eine Dreiviertelstunde! Da habe ich den Test dann noch schnell irgendwie zu Ende gebracht“, erinnert sich Laabs an die Prüfung. Trotzdem wurde er an der Schule angenommen und schloss seine Ausbildung 2001 erfolgreich ab. „Ich denke, es gibt keinen Königsweg in den Journalismus. Das ist ein Handwerk, das man praktisch lernen muss. Da ist es letztlich egal, ob in der Uni oder in einer Journalistenschule. Generell ist ein Fachstudium natürlich hilfreich, aber auch kein Muss“, sagt Laabs.

„Journalisten sind Chronisten.“

In Beiträgen Lösungen für Probleme anbieten? Laabs sieht das anders: „Ich sehe das nicht als erste Rolle des Journalismus.“ Für ihn ist klar, dass Journalisten bei ihrer eigentlichen Aufgabe bleiben sollen – und das sei die Offenlegung und Darstellung von Informationen. Nach dieser Aufbereitung könnten sich die Rezipienten eine eigene Meinung bilden. Vorgefertigte Lösungen der Autorinnen und Autoren sieht Laabs deshalb kritisch. Doch die Entwicklung, dass manch einer genau das fordert, sei sehr interessant. Im Gespräch berichtet er deshalb auch von persönlichen Erfahrungen – und wieso Journalisten eigentlich Chronisten sind.

„Angebot & Nachfrage“ mit Dirk Laabs

Das Team

Janis Beenen, Mona Fromm, Hendrik Frost, Timo Halbe, Thorben Lippert und Lia Rodehorst

 

Christoph Zemelka

Journalistik studiert, bei der Deutschen Welle volontiert, anschließend promoviert. Der Weg zur PR war zwar gewissermaßen ein Zufall, sagt Christoph Zemelka. Dennoch nicht ungewollt. Der Leiter der Unternehmenskommunikation bei der Firma Bosch war zu Gast bei den Wirtschaftsmachern. Er hat unter anderem darüber gesprochen, welche Vorteile es hat, beide Seiten gut zu kennen.

Christoph Zemelka hat für den Radiosender Antenne Unna und die Deutsche Welle hinterm Mikrofon gestanden. Doch er wollte auch einmal die andere Seite kennenlernen: die der Firmen, über die regelmäßig berichtet wird. Ein Praktikum führte ihn in die Unternehmenskommunikation. „Das intellektuell anspruchsvolle Arbeiten fand ich spannend“, sagt er. Nun arbeitet Zemelka seit 2004 bei Bosch.

„Es war keine bewusste Entscheidung gegen den Journalismus.“

Der ehemalige Journalistik-Student der TU Dortmund versucht als heutiger PR-Mann ein eher „konstruktives Verhältnis“ zu Journalisten zu haben. Er profitiert davon, beide Seiten zu verstehen: Die des Unternehmens, das seine Belange mitteilt und die der Journalisten, die eine Geschichte suchen. Doch worauf er ausdrücklich hinweist: „Komplizierte Sachverhalte stark zuzuspitzen, um eine spektakuläre Überschrift zu bekommen, ist keine gute journalistische Arbeit.“ Journalisten hätten eine große Verantwortung gegenüber den Lesern und Angestellten der Firmen, über die berichtet wird. Zuspitzungen könnten den Betroffenen Angst machen, beispielsweise vor Stellenabbau: „Viele Klicks sind das nicht wert.“

Daher ist seine Meinung: „Wirtschaftsjournalisten sollen helfen, Ideen und Wirtschaft voranzutreiben und – falls berechtigt – zu kritisieren. Aber nicht aus Zeitmangel und Auflagendruck Halbwahrheiten erzählen.“

Keine Halbwahrheit ist, dass Bosch in Zukunft stärker auf den Unternehmenszweig der Smarthome-Technik setzen möchte. Das Stuttgarter Traditionsunternehmen entwickelt beispielsweise Hausgeräte, die untereinander vernetzt sind und sich den Gegebenheiten des Alltags anpassen. Gesteuert wird die ganze Technik über eine eigens konzipierte App.

„Mein künftiges Haus wird so ,smart-home-ig‘ wie es geht.“

Damit kann der Nutzer seine vernetzten Geräte und Hauselemente, wie zum Beispiel Türen und Fenster, zentral steuern, Glühbirnen (auch aus weiter Entfernung) an- und ausschalten. „Es ist wichtig, dass wir diesen Themen genügend Raum geben, sich zu entfalten“, sagt Christoph Zemelka. Man müsse den Nutzen für den einzelnen Verbraucher und die dazu im Verhältnis stehenden Kosten abwägen. Wichtig ist für ihn dabei:

Trotz vieler kritischer Stimmen – der Leiter der Unternehmenskommunikation steht hinter dem Projekt: „Die Smarthome-Technologie sollte nicht von vorne herein verteufelt werden“, sagt Zemelka. Sicherheitsmängel habe es noch nicht gegeben, ebenso wenig Hacker im System. Skandale seien bislang ausgeblieben. Doch je breiter und größer ein Unternehmen aufgestellt ist, desto höher sei auch die Wahrscheinlichkeit, in Konflikte zu geraten. So landete Bosch zuletzt im Zusammenhang mit dem Abgasskandal in den Schlagzeilen. Der Vorwurf: Automobilzulieferer Bosch soll die Software produziert haben, mit der VW seine Dieselfahrzeuge manipulieren konnte.

„Automobilzulieferung bildet 2/3 des Umsatzes von Bosch“

Dem Diesel bescheinigt Zemelka trotz der aktuell schwierigen Lage eine Zukunft. Er selbst fährt einen Wagen mit Dieselmotor und werde auch seinen Freunden weiterhin nicht davon abraten. Generell spekuliert er jedoch ungern über die Zukunft – dementsprechend wenig hält er von solchen Fragen, die ihn dazu verführen könnten. Spekulationen würden im Zweifel die Angestellten, die bei Bosch an Dieselprodukten arbeiten, nur verunsichern, so Zemelka. Als Beispiel dafür führt er die viel zitierten Aussagen von VW-Chef Matthias Müller an, der den Diesel für nicht zukunftsfähig hält. Eine solche Aussage habe das Potential, eine Panik innerhalb der Belegschaft auszulösen.

Bosch hingegen gibt sich bei Anfragen deutlich schweigsamer als VW. So räumt Zemelka zwar ein, an den wichtigen Prozessen in der Aufarbeitung des Abgas-Skandals beteiligt zu sein – verweist allerdings in diesem Zusammenhang auf die Firmenpolitik:  Zu den aktuellen Entwicklungen soll vorerst keine Stellung bezogen werden.

„Ich will 1000 Follower bei Twitter haben.“

Die Privatperson von dem Leiter der Unternehmenskommunikation zu trennen sei schwierig. Diese Doppelrolle wird in Zemelkas Twitter-Account sichtbar. Er teilt Beiträge über die Digitalisierung der Gesellschaft. Viel Zeit, um seine Meinung zu äußern, hat er nicht. Auf viele Follower hofft er trotzdem: „Es scheint Menschen zu geben, die es interessiert, was ich teile.“ Was er sonst über sich verraten hat, seht ihr in unserem Video „Angebot & Nachfrage“.

„Angebot & Nachfrage“ mit Christoph Zemelka

Das Team

Lukas Hemelt, Kathrin Wesolowski, Wenke Wensing,
Nils Gronemeyer, Marie-Christine Spies und Leonie Meerheim

 

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Markus Preiß

Vollblutjournalist – so beschreibt Markus Preiß sich selbst: Er arbeitet als Reporter, Redakteur und Nachrichtensprecher. „Am liebsten bin ich direkt im Geschehen, da wird man kribbelig im Studio, wenn man nicht dabei sein kann.“ Man merkt: Sein Reporterherz pocht.

Die Vergangenheit

Lang ist's her: Begonnen hat Markus Preiß seine akademische Karriere an der TU Dortmund - damals noch mit handgeschriebenen Archivkarten. (Foto: TU Archiv)
Lang ist’s her: Begonnen hat Markus Preiß seine akademische Karriere an der TU Dortmund – damals noch mit handgeschriebenen Archivkarten. (Foto: TU Archiv)

Zur Welt kam Markus Preiß 1978 in einer kleinen Ortschaft in Thüringen. Neben dem Studium der Politikwissenschaft und Journalistik an der TU Dortmund wurzelt seine journalistische Laufbahn in der Zeit als Reporter bei der Thüringischen Landeszeitung. Weitere Meilensteine für seine berufliche Karriere setzte Preiß bei der Süddeutschen Zeitung, dem Handelsblatt und bei GEO. 2003 begann er als Reporter in der Tagesschau/Tagesthemen-Redaktion des WDR in Köln. Von 2006 bis 2011 berichtete Preiß dann als ARD-Korrespondent aus Brüssel mit dem Schwerpunkt Finanz- und Eurokrise. Anschließend arbeitete er beim ARD-Morgenmagazin und als ARD-Korrespondent in Paris.

Die Gegenwart

Seit Ende 2014 leitet Markus Preiß nun die Tagesschau/ Tagesthemen-Redaktion des WDR. Sein Themenschwerpunkt liegt auch hier auf der Euro-Krise. Seitdem hat er zudem des Öfteren die Sendung „Brennpunkt“ im Ersten moderiert und berichtete unter anderem über den Konflikt in der Ost-Ukraine.

Die ProfessioIMG_3728nalität des Journalisten macht ihn zu dem Richtigen für diesen Job. In der Vergangenheit konnte er diese schon mehrmals unter Beweis stellen. So zum Beispiel 2015 im Brennpunkt:

Nur wenige Minuten nach Sendestart schaltete Moderator Markus Preiß nach Minsk. Die Zuschauer sollten aus erster Hand erfahren, wie der Verhandlungsmarathon von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Co. in der Ukraine gelaufen ist. Der Russland-Korrespondent stand jedoch noch vor der Kamera und rauchte. Als Lielischkies dann seinen Namen hörte und merkte, dass er schon auf Sendung war, ging die Hand mit der Zigarette blitzschnell nach unten. Statt zu zögern oder gar loszulachen, blieb Markus Preiß professionell und führte die Sendung souverän weiter.

Auch zur Flüchtlingsdebatte äußerte sich Markus Preiß in einem Kommentar mit einem eindeutigen Standpunkt. Er stellt darin die Problematik der Flüchtlingspolitik ausführlich dar und nennt  Menschlichkeit und das Verständnis für die Probleme anderer als wichtige Werte in unserer Gesellschaft.

Im Interview erklärt er, ein Jahr nach diesem Kommentar, seine heutige Sicht auf die Flüchtlingskrise:

Für Journalisten sind neben den klassischen Medien auch Social Media Plattformen ein wichtiges Instrument, um Informationen zu erhalten und zu verbreiten. Markus Preiß  ist dort ebenfalls aktiv, vor allem auf Twitter. Seine Kommentare werden dort nicht nur positiv aufgenommen. Im Interview verrät er, wie er damit umgeht.

Die Zukunft

Markus Preiß übernimmt ab dem 1. August 2016 die Leitung des ARD Europastudios in Brüssel. Er löst Rolf-Dieter Krause ab, der sich nach 15 Jahren als Brüssel-Korrespondent in den Ruhestand verabschiedet.

"Die EU steckt in der schwersten Krise ihrer Geschichte" - Markus Preiß blickt realistisch, aber nicht hoffnungslos in die Zukunft. (Foto: Malin Miechowski)
„Die EU steckt in der schwersten Krise ihrer Geschichte“, sagt Markus Preiß.

Markus Preiß sieht der Zeit in Brüssel mit Neugier entgegen:

„Flüchtlinge, Euro-Krise, Brexit-Gefahr, das angespannte Verhältnis mit Russland. Ob diese Probleme gelöst werden können und der Kontinent weiter zusammen-hält, wird uns alle sehr direkt betreffen bis hinein in unseren Alltag. Ich freue mich daher auf eine spannende Zeit und eine große journalistische Herausforderung.“

Als wichtiges Zentrum der öffentlich-rechtlichen Berichterstattung ist das ARD-Studio in Brüssel ein nächster großer Karriereschritt für den Thüringer.

IMG_3713„Mit Markus Preiß bekommt unser wichtiges Europastudio in Brüssel einen Leiter, der schon viel europapolitische Erfahrung hat, aber weiter neugierig auf Europa geblieben ist. Er wird die Tradition unseres Brüsseler Studios, die komplexen EU-Themen verständlich und publikumsnah zu präsentieren, mit seinen eigenen Ideen fortführen.“

 – Michael Strempel, Leiter der WDR-Programmgruppe Ausland Fernsehen

 

Das Team

Carolin Rau, Michelle Goddemeier, Lilian Fiala, Malin Annika Miechowski, Carina Groß und Lena Bujak

Rainer Hank

Seit 2001 leitet Rainer Hank das Wirtschaftsressort der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (F.A.S). Der Autor mehrerer Bücher diskutierte am 9. Juni 2016 bei den Wirtschaftsmachern über soziale Ungleichheit, Altersarmut und über die Talk-Show Anne Will, die ihm einen Auftritt in der ZDF-Satiresendung Heute Show bescherte.

Wer hinter dem Namen Rainer Hank steckt, haben die Studierenden in einem Einspieler dargestellt – nach Vorbild von Jan Böhmermann:

Die soziale Ungleichheit ist seit jeher ein immer wiederkehrendes Thema in allen Medien. Als Leiter des Wirtschaftressorts wird auch Rainer Hank häufiger damit konfrontiert, als ihm lieb ist. Dabei ist der 63-Jährige der Meinung, dass die Ungleichheit kein Ergebnis der menschlichen Produktivität sei. Wir, die Menschen, kämen bereits ungleich zur Welt – mit ungleichen Chancen. „Warum muss das also gerechtfertigt werden?“, fragt er in die Runde.

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Rainer Hank im Gespräch mit den Studierenden

Besonders weit verbreitet ist dabei die Metapher der Schere, die immer weiter auseinandergeht. Speziell in Deutschland liege Hank zufolge die zunehmende Spreizung allerdings nicht nur daran, dass die Reichen immer reicher werden. Gerade zu Beginn des 21. Jahrhunderts hatte der Erfolg der Hartz-Reformen einen großen Anteil daran, dass die Lohneinkommensschere größer wurde. Denn man habe zwar viele Leute in Arbeit und Brot gebracht, doch sie erhalten keinen Spitzenlohn, wodurch das untere Segment der Einkommen stark vergrößert wurde.

Wohlstand trotz Krisen

Die viel spannendere Frage ist jedoch: Was bringt die Zukunft? Steigen die Löhne oder nimmt die Ungleichheit zu? Zerbricht die Schere aufgrund der stetigen Spreizung irgendwann? Können weltwirschaftliche Verwerfungen wie der Brexit oder ein China-Crash die deutsche Industrie in die Krise stürzen?

Hank: „Wenn man sich die letzten 200 Jahre Geschichte des wachsenden Wohlstands anschaut, dann ist aller konjunktureller Schwankungen zum Trotz, aller Weltwirtschaftskrisen zum Trotz in den 20er-Jahren, und aller Kriege zum Trotz der Wohlstand der Menschen gewachsen. Insbesondere in unseren Regionen in Europa, in Amerika, Australien und mittlerweile gottlob auch in Asien. Da ist es schon in der Rückschau ein starkes Argument zu sagen, die Menschen schaffen es sogar durch Krisen durchzukommen, die wir alle nicht erlebt haben und die sowohl wir alle als auch ihre Kinder hoffentlich nicht erleben werden.“

Ungleichheit war auch Thema in einer Ausgabe der ARD-Talkshow Anne Will, in der Hank zu Gast war. Dabei irritierte der Wirtschaftsressort-Leiter mit Aussagen zum 19. Jahrhundert. In den sozialen Netzwerken hagelte es danach Hasskommentare, die sich Hank nach eigener Aussage aber nicht zu Herzen nimmt:

„Wo kommen wir denn da hin, wenn man sich durch Beleidigungen von seinen Argumenten abbringen lässt?“

Ein gefundenes Fressen für die Satiresendung Heute Show um Moderator Oliver Welke:

Rainer Hank nahm es mit Humor. Sich im Nachhinein zu beschweren, weil seine Aussagen aus dem Kontext gerissen worden sind, bringe nichts. Bei den Wirtschaftsmachern bekam Hank die Möglichkeit, seine Position nochmals zu erläutern. Moderator Julian Olk fragte vorsichtig: „Meinten Sie das alles wirklich ernst?“

Der allgemeine Medien-Konsens besagt, dass sich die Altersarmut in den kommenden Jahren und Jahrzehnten immer weiter verschlimmern wird. Damit einher geht die Frage nach dem richtigen Alter für den Renteneintritt. Rainer Hank wurde zuvor bereits stark für die Aussage kritisiert, dass man doch bis 67 arbeiten solle. Die Studierenden hakten an dieser Stelle nach und gingen der Frage nach, ob er diese Aussage weiterhin vertritt und ob er dem deutschen Finanzminister Wolfgang Schäuble zustimme, der einst sagte, dass man auch mit 70 in Rente gehen könnte.

Hank: „Natürlich stehe ich dazu. Und wenn auch die schweren körperlichen Arbeiten abnehmen, weil wir dazu die Roboter haben, dann passt das doch zusammen. Der berühmte Dachdecker soll da zwar mit 70 nicht mehr stehen, aber er muss auch nicht mit 59 pensioniert werden. Er kann mit seinen Fähigkeiten woanders arbeiten. Darüber haben sich zwar auch alle lustig gemacht, aber warum soll er nicht im Baumarkt arbeiten? Er hat hohes Wissen, dass ich nicht habe. Und wenn ich in einen Baumarkt gehe und mich beraten lasse, dann weiß er genau, welche Schrauben und welche Dübel ich benötige.“

Kein Generalisieren

Dass ein Angestellter, der kurz vor seinem 60. Lebensjahr steht, so leicht eine Weiterbeschäftigung erhalten kann, hält die Gegenseite für ausgeschlossen. Genau in solchen Aussagen sieht Hank allerdings das große Problem. Dass aus diesem Einzelbeispiel des Dachdeckers ein kollektives Argument, eine aggregierte Entwicklung gezogen, und damit das gesamte Thema der Lebensarbeitszeitverlängerung von der Agenda genommen wird, passe einfach nicht zusammen. Es sei zudem absurd, dass sich eine Gesellschaft hinstellt und behauptet, sie müsste mit 60 in Rente gehen, da sie keinen Ziegelstein mehr heben könne, anschließend aber noch weitere 40 Jahre lebt. Absurd sei es dabei nicht nur aus den offensichtlichen ökonomischen Gründen, sondern auch aus Gründen der Lebensgestaltung. Laut einigen Untersuchungen ist die Arbeit die beste Gesundheitsvorsorge. Aus diesem Grund befindet Hank die Verlängerung der Lebensarbeitszeit als „die allerbeste“ Lösung.

Das Team

Christopher Holletschek, Christian Woop, Robert Tusch, Julian Olk, Lucas Tenberg, Dominik Reintjes

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Video: © ARD

Bilder: Christopher Holletschek.

Yasmin El-Sharif

Politikwissenschaft, Geschichte und Englische Philologie. European Business News in London, taz münster, Bloomberg, Tagesspiegel. Letztendlich führten Yasmin El-Sharif viele Wege nach Hamburg zu Spiegel Online. 

2009 fing sie als Redakteurin im Wirtschaftsressort bei Spiegel Online an, wurde zwei Jahre später stellvertretende Ressortleiterin und übernahm die Leitung im Oktober 2015. Yasmin El-Sharif war bei den Wirtschaftsmachern zu Gast. Sie sprach mit uns über die Nullzinspolitik von Mario Draghi, darüber, wie man junge Leute mit Wirtschaft erreichen kann, über die Themenfindung und Redaktionsarbeit, Kritik gegen die eigene Person und gegen die Arbeit, gute Berichterstattung und Tipps für junge Journalisten.

Es ist ein Thema, das jeden betrifft: Die Nullzinspolitik von Mario Draghi. Im März hat die EZB den Leitzins auf null Prozent gesenkt mit dem Ziel, die Wirtschaft wieder anzukurbeln. Gut für die Konjunktur, sagen die Einen, schlecht für die Sparer die Anderen. Yasmin El-Sharif steht dieser Politik kritisch gegenüber. „Ich glaube, dass wir diese Nullzinspolitik nicht auf Dauer beibehalten können. Aber im Moment sehe ich keinen anderen Ausweg, wenn wir nicht alle anderen Länder abhängen wollen, die eben derzeit nicht so gut dastehen.“

Yasmin El-Sharif stellt sich den Fragen von Moderatoren und Publikum.
Yasmin El-Sharif stellt sich den Fragen von Moderatoren und Publikum.

Wenn Banken Einlagen bei der EZB machen wollen, müssen sie dafür derzeit sogar zahlen, 0,4 Prozent sind es aktuell. Dieses Geld versuchen die Banken über die Weitergabe der Niedrigzinsen an Privatkunden wieder reinzuholen. Während auch die Zinsen für Kunden umstritten sind, sieht El-Sharif das nicht durchweg negativ. „Ich glaube, dass die Banken sehr wohl Gebühren erheben können; andere, transparente Gebühren wie Kontoführungsgebühren. Dann kann sich jeder Sparer eben überlegen, zu welcher Bank er geht. Aber ich finde, gerade auch beim Thema Sparbuch – das ist ja das, womit die Sparkassen seit Jahrzehnten werben – darf man nicht mit den Ängsten spielen. Natürlich müssen sie die Gebühren in irgendeiner Form weitergeben, aber nicht auf diese billige Art.“

Obwohl Yasmin El-Sharif nur noch selten Artikel für Spiegel Online schreibt, hat sie zur Reaktion der deutschen Sparkassen auf Draghis Nullzinspolitik einen Kommentar verfasst, in dem sie die Sparkassen für ihr Verhalten kritisiert. „Die Sparkassen posaunen seit Monaten gegen Draghis Politik und nutzen das eben auch, um ihre Lobbyarbeit zu betreiben, was natürlich ganz normal ist. Aber mich hat das so genervt, dass sie einfach immer wieder damit drohen, Negativzinsen für normale Sparer einzuführen. Natürlich müssen die Sparkassen ordentlich wirtschaften, aber sie werden nie im Leben dazu kommen, Negativzinsen für normale Sparer einzuführen. Und ich finde diese Drohung so dumm, so dämlich, dass man eben auch mit gewissen Ängsten von Sparern spielt.“

Doch genau solche Themen wie die Nullzins-Politik lassen den Bereich Wirtschaft als eher langweilig erscheinen. Das zeigte eine Umfrage unter Studenten auf dem Campus, die zwar SPON lesen, jedoch meistens nur die Schlagzeilen. Dazu hat El-Sharif eine klare Meinung:„Ich glaube, es muss viel früher anfangen, wenn Kinder eben noch nicht Spiegel Online oder bento lesen. In der Schule müsste vermittelt werden, dass Wirtschaft eigentlich ein Kernfach ist. Dann müssen wir irgendwann eingreifen, indem wir Wirtschaft so erklären, dass es auch Leute verstehen, die kein VWL studieren.“

Spiegel Online will dem mit mehr Erklärjournalismus gerecht werden. Mit einem neuen Format in den Ressorts Wirtschaft, Politik und Wissenschaft sollen komplexe Themen einfach erläutert werden.

„Es gibt ja so Themen, wenn man da nicht rechtzeitig eingestiegen ist, kommt man da nicht mehr mit. Was ist da vor zehn Jahren passiert? Oh, das kann ich ja alles gar nicht mehr nachlesen. Und so geht es Leuten bei Griechenland oder bei der Brexit-Debatte, das betrifft vor allem wirtschaftspolitische Themen.

"Journalismus ist nicht immer nur 'ein cooler Reporter sein', sondern auch Schreibtischarbeit." - Yasmin El-Sharif über den Redaktions-Alltag bei SPON.
„Journalismus ist nicht immer nur ‚ein cooler Reporter sein‘, sondern auch Schreibtischarbeit.“ – Yasmin El-Sharif im Gespräch mit Jule Zentek und Maik Haubrich.

Um den Leser anzusprechen und ein breites Publikum zu erreichen, müssen auch die Themen passen. Bei Spiegel Online gibt es unterschiedliche Herangehensweisen an die Themenfindung. Zum einen achte man auf Termine und überlege im Voraus je nach Größe und Relevanz der Veranstaltung, was man vorbereiten kann. Zum anderen werden auch Themen von anderen Medien auf die Agenda gesetzt, wie zum Beispiel die Panama Papers von der Süddeutschen Zeitung. „Da hecheln wir hinterher, was doof ist. Aber wir versuchen, neue Ansätze zu finden, versuchen, das eben auch so interessant zu machen, dass die Leser das bei uns lesen wollen. Wir haben natürlich auch Fachredakteure, die eigene Themen finden sollen und es auch tun und teilweise auch Trendgeschichten herauskramen.“

Konferenzen finden beim Spiegel generell getrennt in den Print- und Online-Redaktionen statt. „Wir haben unsere eigenen Themenkonferenzen, im Wirtschaftsressort konferieren wir jeden Morgen kurz und knapp, weil dann die größeren Konferenzen im Anschluss stattfinden. Im Idealfall haben wir immer noch eine Wochenkonferenz im Ressort, in der wir auch über längerfristige Projekte sprechen, größere Reportagen, und auch über Kapazitäten, weil wir nur zehn Leute sind. Da muss man natürlich auch sehr genau schauen, worauf man jemanden ansetzt und was man lieber weglässt.“

Flüchtlinge vom Mindestlohn ausschließen? "Absoluter Blödsinn. Damit spielt man Gruppen gegeneinander aus", sagt Yasmin El-Sharif.
Flüchtlinge vom Mindestlohn ausschließen? „Absoluter Blödsinn. Damit spielt man Gruppen gegeneinander aus“, sagt Yasmin El-Sharif.

Dementsprechend selten gibt es auch gemeinsame Projekte zwischen Print und Online. Yasmin El-Sharif sieht dennoch den Vorteil in so einer Zusammenarbeit. „Ich bin komplett dafür, dass wir mehr zusammenmachen. Ab und zu hat das jetzt auch funktioniert. Wir hatten eine große Armuts-Reportage, das war ein Gemeinschaftsprojekt mit den meisten Mitteln von Spiegel Online. Aber da hat das iPad-Team von Spiegel Online eine animierte Geschichte mit Fotos gemacht. Das ist toll und wurde auch von den Lesern begeistert aufgenommen. Aber sowas können wir nicht immer machen, solange es keine anderen Strukturen gibt, sodass nicht eine Seite über Gebühr belastet wird.“

Was schauen sich Studierende auf SPON an? Wirtschaft lag am Campus der TU Dortmund nicht auf den vorderen Plätzen.
Was schauen sich Studierende auf SPON an? Wirtschaft lag am Campus der TU Dortmund nicht auf den vorderen Plätzen.

Ich war von allen Praktikanten auch schon in der Tagesspiegelzeit regelrecht überwältigt. Manchmal würde ich mir trotzdem ein bisschen mehr Respekt vor der eigentlichen Arbeit wünschen. Natürlich ist Journalismus nicht immer nur ‚ein cooler Reporter sein’, sondern es ist auch Schreibtischarbeit. Es ist auch teilweise langweilig, irgendwelche Datenreihen auseinanderzupflücken und technische Sachen umzusetzen. Aber ansonsten würde ich den Rat mitgeben, dass man sich vom so vielen Negativmeldungen aus Verlagshäusern in Deutschland nicht abschrecken lassen soll.

„Ich glaube, dass der Journalismus eine große Zukunft hat. Dafür braucht man gute junge Leute, die neue Ideen haben und für junge Menschen schreiben, weil sie die Probleme und Herausforderungen junger Menschen viel besser verstehen. “ Sie habe die Erfahrung gemacht, dass viele junge Praktikanten noch unsicher in ihrer Berufswahl sind. Sie rät, nicht zu schnell aufzugeben: „Ich habe gemerkt, dass viele denken, da verdient man nichts Ordentliches mehr und die Jobs sind alle unsicher. Aber das ist falsch, weil der Journalismus auch die schwierigsten Zeiten überleben wird und dafür braucht man sehr gute Leute.“

 

Das Team

Hannah Steinharter, Jule Zentek, Viktor Mülleneisen, Cedrik Pelka, Lara Wantia, Maik Haubrich

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Beitragsbilder: Valentin Dornis/Hannah Steinharter

 

Malte Fischer

Regierungen und Parteien haben einen. Große Unternehmen auch. Und die Banken sowieso. Doch auch in den Medien ist dies ein gefragter Job – Chefvolkswirt. Malte Fischer war zu Gast bei den Wirtschaftsmachern, und er ist der Chefvolkswirt der „Wirtschaftswoche“. Halb Ökonom, halb Journalist – wie funktioniert der Spagat zwischen grauer Theorie und bunter Medienwelt?

Geboren in Gelsenkirchen, Wirtschaftswissenschafts-Studium in Bochum, sieben Jahre Konjunkturforschung am Institut für Weltwirtschaft in Kiel. Doch dann entschied sich Malte Fischer 1997 für den Journalismus. Nach einem Jahr in der Wirtschaftsnachrichtenagentur VWD ging er zur Wirtschaftswoche.  „Mir machte das Rechnen nicht so viel Spaß wie das Schreiben“, so Fischer. Und doch wird sein wissenschaftlicher Hintergrund in seiner Redaktion sehr geschätzt. So sehr, dass er schließlich zum Chefvolkswirt der Wirtschaftswoche ernannt wurde. „Natürlich kommen die Kollegen mit volkswirtschaftlichen Fragen zu mir. Sehr häufig, manchmal sogar zu häufig, aber das ist auch schließlich meine Aufgabe.“ Seine Rolle im Redaktionsalltag ist klar definiert.

Doch trotz journalistischer Schreibsamkeit sieht sich Fischer immer noch eher als Ökonom. Seine Schwerpunkte: Konjunkturforschung und Makroökonomie. Von Notenbankpolitik bis zur Griechenlanddebatte, Fischer beschäftigt sich mit vielen Themen. Eines davon ist auch unser Geldsystem, welches Fischer als großes Problem und auch als Krisenursache sieht. Als Mainstream-Ökonom sieht er sich mit einer solchen Sichtweise aber nicht.

Dennoch stellt Fischer fest: „Wirtschaft ist ein Minderheitsthema in Deutschland.“ Natürlich würde man gerne für die breite Masse berichten, aber bei harten volkswirtschaftlichen Themen ist die Zielgruppe in Deutschland klein. Trotzdem scheint die Wirtschaftswoche aber eine zahlungskräftige Zielgruppe zu treffen, die Auflagen steigen.

Fischer-Zitat-Einordnungen

Fischer ist verantwortlich für die traditionelle Rubrik „Der Volkswirt“, in der auf einigen Seiten volkswirtschaftliche Themen erklärt werden. In der Mitte des Heftes angeordnet, „der Volkswirt“ ist ein Markenkern der Wirtschaftswoche. Vor einigen Wochen gab es einen Relaunch, mit neuem Layout und neu strukturierten Inhalten. Doch die neue „Lila auf Gelb“-Farbgebung kommt nicht bei jedem gut an. „Es gab auch Leute, die das neue Design mit einer Viagra-Reklame verglichen haben“, so Fischer. Aber auch das neue Design sei an Lesern ausgiebig getestet worden.

Das neue Design des Markenkerns der Wirtschaftswoche polarisierte stark in der Redaktion.
Das neue Design des Markenkerns der Wirtschaftswoche polarisierte stark in der Redaktion.

Trotzdem – „der Volkswirt“ bleibt der wichtigste Markenkern der Wirtschaftswoche, wird schließlich durch die spezielle Farbgebung vom Rest des Heftes abgehoben. Doch der Relaunch bringt nicht nur ein neues Layout, auch die Heftstruktur wurde neu durchdacht. Neben weiterhin langen Geschichten sollen jetzt vermehrt kurze Artikel und Ein-Spalter im Heft zu finden sein. Laut Leserforschung wollen die Leser kürzere Artikel und schneller zum Punkt kommen. Das Zeitbudget des Lesers ist knapp, sagt Fischer. Trotzdem solle die Qualität darunter nicht leiden.

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„Angebot & Nachfrage“ mit Malte Fischer

Das Team

Anja Lordieck, Luisa Flicke, Malina Reckordt, Natalie Hornoff und Christoph Peters

 

Heike Göbel

Heike Göbel, FAZ, ist auch ohne Frauenquote leitende Redakteurin geworden und argumentiert auch deshalb gegen die gesetzlichen Vorgaben. Wie junge Leute ans Zeitungslesen gebracht werden sollen – da ist sie aber ratlos.

„Angebot & Nachfrage“ mit Heike Göbel

Der Wirtschaftsteil der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) gilt seit jeher als eines der hintergründigsten und qualitätsreichsten Ressorts im Print-Journalismus. Bereits seit April 1992 schreibt Heike Göbel für diesen Teil der FAZ. Seit mittlerweile 13 Jahren ist sie in der Frankfurter Zentrale verantwortliche Redakteurin für Wirtschaftspolitik. Am 18. Juni war Heike Göbel zu Gast bei den „Wirtschaftsmachern“. Sie sprach über ihren bisherigen journalistischen Werdegang und über die Zukunft der FAZ.

Umfrage – Das sagen die TU-Studenten zur FAZ

Vor ihrer Zeit bei der FAZ volontierte Heike Göbel bei den Stuttgarter Nachrichten. Dort arbeitete sie drei Jahren lang in der Wirtschaftsredaktion. Zu dieser Zeit war das Wort Frauenquote – im Gegensatz zu heute – noch nicht in den Alltagsjargon übergegangen. Dennoch gelang Göbel der Aufstieg bis zur leitenden Redakteurin der FAZ. Vielleicht hat sie gerade deswegen eine ganz klare Meinung zu der Quote, die in Politik und Medien lange diskutiert wurde:

Heike Göbel berichtete bei den „Wirtschaftsmachern“ davon, dass die Leser vor allem die längeren und hintergründigen Berichte der FAZ schätzen würden. Das hätten Umfragen des Verlags ergeben. Die Artikel sollen so aber nicht komplex und unverständlich sein, sagte Göbel. Ziel sei es die Dinge auf den Punkt zu bringen. Vorwissen würde dabei aber nicht vorausgesetzt.

Den meisten Print-Medien in der Republik geht es ähnlich: die Auflage sinkt und die junge Generation sieht die gedruckten Produkte eher skeptisch. Auch für die FAZ stehen wegweisende Monate an. Um für die Zukunft gerüstet zu sein, plant das Traditionsblatt einige Änderungen: Schon seit längerem wird über eine Pay-Wall auf faz.net diskutiert. Des Weiteren sei ein Projekt geplant, welches gerade für die jungen Menschen attraktiv sein soll, so Göbel. Genaue Details wollte sie bei den „Wirtschaftsmachern“ aber nicht verraten.

Doch wie finanziert die FAZ in Zukunft ihren Journalismus? Eine Frage, die nicht nur Heike Göbel Kopfzerbrechen bereitet. Die Kosten in Höhe von 35 Euro für das Monatsabonnement scheinen da nicht die optimale Lösung zu sein.

Deutliche Worte von Heike Göbel, die sich sichtlich Sorgen um die Zukunft der FAZ im Speziellen, aber auch um die Print-Medien im Allgemeinen macht. Momentan gilt die FAZ (noch) als ein Flaggschiff unter den deutschen Print-Medien – aber auch sie verliert immer mehr Leser. In diesem Zusammenhang spielt natürlich eine Rolle, dass jugendliche Leser ihre Informationen vor allem aus dem Internet ziehen – und dafür in der Regel auch kein Geld bezahlen möchten. Warum sich die Jugend immer weniger für die klassische Zeitung interessiert, ist auch Heike Göbel nicht ganz klar. Die Ursachenforschung beginnt für die Zeitungs-Liebhaberin schon in den eigenen vier Wänden:

Heike Göbel gewährte dem Publikum auch private Einblicke – und hatte während ihres Gesprächs einige Lacher auf ihrer Seite. Die Arbeit der FAZ hingegen soll durchweg seriös sein. Dazu gehört auch, dass die Redaktion nach außen mit einer geschlossenen – zumeist konservativ-marktliberalen – Stimme spricht. Die FAZ fährt da eine strikte Linie. Einige Kollegen müssen deshalb manchmal auch mit ihren eigenen Ansichten zurückstecken, berichtet Heike Göbel:

Heike Göbel sorgt also für eine einheitliche Meinung im Wirtschaftspolitik-Ressort der FAZ. Doch nicht immer sind sich Geschäftsführung und Redaktion einig. „Google verhält sich wie ein Senfhändler, der das Verteilen von Gratiswürsten propagiert“, sagte FAZ-Geschäftsführer Christian Lindner im Februar diesen Jahres und verurteilt damit die „Google News Initiative“, die Medienprojekte in Europa fördert. Jetzt ist die FAZ neben Spiegel-Online, der Deutschen Welle und weiteren Medienhäusern selbst Teil der „Google News Initiative“. Heike Göbel glaubt aber nicht, dass die Kooperation die FAZ-Berichterstattung über das Unternehmen Google verändert:

In der 90-minütigen Diskussion hat Heike Göbel einen interessanten Einblick in ihren Werdegang als Frau im Wirtschaftsjournalismus gegeben, gegen die Frauenquote argumentiert und ihre Sorgen über die alternde Leserschaft der FAZ ausgedrückt. Für alle Zuschauer war es eine interessante, lehrreiche und überraschende Ausgabe der „Wirtschaftsmacher“, die neue Denkanstöße über die Zukunft der Medien gegeben hat.

Das Team

Laura Bethke, Sinan Krieger, Till Kupitz, Michael Scheppe und Kai Steinecke

 

Tasso Enzweiler

Tasso Enzweiler hat jahrelang als Wirtschafsjournalist gearbeitet. Nach Stationen beim Manager Magazin und der Welt hat er die Financial Times Deutschland mit aufgebaut. Seinen Job hat er dabei so gut gemacht, dass er in das Visier der Deutschen Telekom geraten ist. Die hat ihn von Privatdetektiven beschatten lassen – unter anderem während er mit seinen Kindern auf dem Spielplatz war. Erfahren hat er davon erst Jahre später von einem ehemaligen Kollegen. Zu einem Zeitpunkt, an dem er dem Journalismus bereits den Rücken gekehrt hatte.

„Angebot & Nachfrage“ mit Tasso Enzweiler

 


Den Untergang der Financial Times Deutschland hat Enzweiler nicht mehr persönlich miterlebt. Im Jahr 2002 begann er für die Lobbyorganisation „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“ zu arbeiten. Inzwischen hat er seine eigene PR-Agentur und steht wieder in Kontakt mit den Medien. Für ihn besteht ein Großteil seiner Aufgaben vor allem darin, seine Kunden davon zu überzeugen, mit den Medien zu sprechen. Und das kann ganz schön schwierig sein. 


Enzweiler sieht sich selbst als Kommunikationsberater und ist laut eigener Aussage in der Position, sich seine Kunden aussuchen zu können. Ein Angebot der Deutschen Telekom würde er aber trotz der Bespitzlung nicht ablehnen: „Das Unternehmen hat sich gewandelt.“ Bei seiner Kundenauswahl folgt er anderen Prinzipien.

Das Team

Karsten Kubow, Nico Hornig, Ben Schröder, Lisa Posorske und Andreas Neuhaus

Marcus Gatzke

Zeit Online gilt als eines der renommiertesten Onlinemedien Deutschlands. Marcus Gatzke gehört zu den verantwortlichen Redakteuren. Seit 2010 leitet der studierte Volkswirt das Wirtschaftsressort. Ende Mai diskutierte er bei den Wirtschaftsmachern mit den Moderatoren Lukas Arndt und Julian Rohr. Die Themen: die ewige Berichterstattung über Griechenland, das Verhältnis zwischen Journalisten und Lesern und die Zukunft des Journalismus im digitalen Zeitalter.

Marcus Gatzke – kurz vorgestellt

 

Studium

Marcus Gatzke studierte Wirtschaftswissenschaften an der Bergischen Gesamthochschule Wuppertal und in Nottingham. Sein Diplom in Volkswirtschaftslehre schloss er an der Westfälischen Wilhelms-Universität zu Münster ab.

Werdegang

  • 2000 – 2004 Redakteur – Netzeitung
  • 2004 – 2007 Ressortleiter – Netzeitung
  • 2007 – 2008 Redakteur Wirtschaft und Politik – stern.de
  • 2008 – 2010 stellv. Ressortleiter Wirtschaft und Politik – stern.de
  • seit 2010 Ressortleiter Wirtschaft/Karriere/Mobilität – Zeit Online

Privates

Marcus Gatzke lebt in Berlin. Er liebt Rockmusik und fotografiert in seiner Freizeit.

Griechenland – die unendliche Geschichte

 „Wird die Eurozone überleben?“ – Zeit Online 2010

„Europa muss mit Griechenland neu verhandeln“ – Zeit Online 2012

„Griechenland erhält weitere Milliardenkredite“ – Zeit Online 2014

Neue Verhandlungsrunden, neue Sparauflagen, neue Milliardenkredite: Die Griechenlandkrise scheint kein Ende zu nehmen. Seit Jahren prägt dieses Thema wie kein anderes die wirtschaftspolitische Berichterstattung. Auch Marcus Gatzke beschäftigt sich intensiv mit dem Thema.

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Viele haben von diesem Thema inzwischen genug. Kritiker sprechen gern von „Rudeljournalismus“. Der Vorwurf: Die Berichterstattung über Griechenland überdecke andere Themen. Gatzke widerspricht dieser Ansicht. „Die Griechenlandkrise ist nun mal eines der wichtigsten aktuellen Wirtschaftsthemen.“

„Daher müssen wir uns auch entsprechend ausführlich damit beschäftigen“, so der Ressortleiter. Er glaubt nicht, dass er seine Leser langweile, da Zeit Online immer wieder neue Entwicklungen in den Fokus nehme.

Leser + Journalist = Beziehungskrise?

In Zeiten, als es das Internet noch nicht gab, bestand in überregionalen Medien kaum Kontakt zwischen Journalisten und Lesern.  Nur ausgewählte Kommentare wurden in Form von Leserbriefen veröffentlicht. Rechtfertigen mussten sich Journalisten erst recht nicht. Das Internet hat dieses Verhältnis jedoch auf den Kopf gestellt: Leser können die Arbeit der Journalisten nun direkt kommentieren. Dabei sind sie oft alles andere als zimperlich.

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Einige Journalisten sprechen dann gerne von „Trollen“. Manche dieser Kommentare werden schnell wieder gelöscht. „Viele Leser kritisierten aber auch konstruktiv“, so Gatzke. „Wir erhalten gute Verbesserungsvorschläge“, betont er. „Das Internet bietet großartige Möglichkeiten zur Partizipation der Leser und es gehört zum professionellen Arbeitsalltag dazu, sich mit Leserkommentaren auseinanderzusetzen.“

Ein vorbildlicher Umgang mit Leserkommentaren? „Man hat nicht die Zeit, auf jeden Kommentar einzugehen“, räumt der Ressortleiter ein.

Reaktion auf Kommentare

Quo vadis, Journalismus?

Der Journalismus steckt in der Krise. Seit Jahren sinken die Reichweiten und damit auch die Einnahmen. Das Internet ist eine scharfe Konkurrenz für die traditionellen Medien, nicht nur für Zeitungen und Zeitschriften. Es ist schwierig, journalistische Inhalte im Internet zu vermarkten, weil sich längst eine Kostenloskultur eingebürgert hat. Nutzer wollen Inhalte nicht nur jederzeit und überall, sondern auch gratis abrufen können. Einige Medien haben inzwischen Bezahlschranken eingeführt, aber diese werfen bislang kaum Gewinn ab. Doch der Wirtschaftsressortleiter ist sich sicher: „Guter Journalismus wird sich auch weiterhin finanzieren können – durch  Unabhängigkeit und Glaubwürdigkeit!“

Ein weiteres Problem: Viele Nutzer gehen nicht mehr direkt auf die Seiten der Medien, sondern gelangen über Suchmaschinen und soziale Netzwerke zu den Inhalten. Was passiert, wenn Google, Facebook und Co ihre Algorithmen ändern? Bestimmen diese Unternehmen in Zukunft welche Nachrichten gelesen werden? Ein solches Szenario hält Gatzke für unwahrscheinlich.  „Aber wenn ein Nutzer über Facebook und Google bei uns auf eine Geschichte stößt, die ihm gefällt, merkt er sich das. Nach dem zweiten oder dritten Mal geht er dann auch direkt auf unsere Seite.“ Google und Facebook seien bloß weitere Kanäle, über die Inhalte verbreitet werden. „Im Internet gibt es viele Wege und eine Nachricht gelangt immer auf irgendeinem Weg zum Nutzer.“ Sein Leitsatz: Leserbindung durch eine starke Marke, die für Qualität steht.

Momentan bieten die Internetriesen den Medien Kooperationsmöglichkeiten. Google will sein Verhältnis zu den europäische Medien, das von Urheberrechtsstreitigkeiten geprägt war, verbessern. Der Suchmaschinengigant verspricht, mit seinem Förderprogramm Digital News Initiative den europäischen Onlinejournalismus mit 150 Millionen Dollar zu unterstützen. Auch Die Zeit ist mit dabei. „Unser Unabhängigkeit wird dadurch aber nicht gefährdet“, versichert Gatzke. Und er fügt hinzu: „Das können wir uns überhaupt nicht leisten. Wer würde denn noch unsere Artikel lesen, wenn wir nicht mehr unabhängig wären? Unsere Unabhängigkeit ist unser höchstes Gut.“

Medienkrise? „Guter Journalismus wird immer eine Zukunft haben!“ – Marcus Gatzke in seinem Schluss-Statement:

„Angebot & Nachfrage“ mit Marcus Gatzke


Das Team

Johannes Ahlemeyer, Julian Rohr, Lukas Arndt, Till Dörken und Richard Brandt